Die neue Mieterzeitung

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Raus aus dem Heim – rein ins Zentrum

2018 raus aus dem Heim

Bärbel Berg (r.), die Leiterin des Wohnheimes St. Veronika, und Ergotherapeutin Dana Kieschnick freuen sich über die neue Außenstelle an der Hinteren Reichenstraße.

© Carmen Schumann

Bautzen. Noch sind die Räume nicht ganz fertig eingerichtet. Es fehlen noch Gardinen und die Küche. Dadurch schallt es ein wenig in den Räumen mit den dicken Mauern. Doch die sechs Männer, die sich zusammen mit Ergotherapeutinnen und Heilerziehungspflegern mit einem Steckspiel beschäftigen, haben sichtlich ihren Spaß. Es sind Behinderte, die im Wohnheim St. Veronika im Allendeviertel leben. Aus den verschiedensten Gründen können sie nicht in einer Behinderten-Werkstatt arbeiten. Doch ein Gesetz aus dem Jahr 2014 besagt, dass auch Menschen, die nicht fähig sind, in einer Werkstatt zu arbeiten, den Anspruch auf einen zweiten Lebensbereich haben. Das heißt, auch sie sollten mal das Haus verlassen, etwas anderes kennenlernen dürfen.

Mit den neuen Räumen an der Hinteren Reichenstraße 5 konnten nun diese Anforderungen umgesetzt werden. Die Verhandlungen mit dem Kostenträger, dem Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV), seien von Erfolg gekrönt gewesen, sagt Heimleiterin Bärbel Berg. Dank eines verbesserten Personalschlüssels können sich drei feste Mitarbeiter um die Hausbewohner kümmern, die die Außenstelle, genannt „Tagesstruktur“, besuchen. Insgesamt 18 Behinderte wurden in drei Gruppen zu je sechs Personen aufgeteilt, die immer abwechselnd ins Stadtzentrum fahren. Dafür steht ein Kleinbus zur Verfügung. In den Räumen, in denen früher ein Aquarienladen untergebracht war, wird gebastelt, gespielt, musiziert oder gesportelt.

Kleine Party zur Einweihung

Momentan sind die Behinderten nur am Vormittag hier und fahren zum Mittagessen wieder zurück ins Wohnheim im Allendeviertel. Das könnte sich jedoch ändern, sobald die neue Küche eingebaut ist. „Wir bekommen sie in den nächsten Tagen vom Küchenstudio Schneider in Großdubrau, das uns auch die anderen Möbel gesponsert hat“, sagt Bärbel Berg dankbar. Im behindertengerechten WC fehlen noch die Trennwände. Sobald alles fertig ist, soll eine kleine Einweihungsparty gefeiert werden. Überhaupt bieten die neuen Räume die Möglichkeit, Geburtstage und andere Gelegenheiten zu feiern.

Ganz wichtig sei aber noch ein anderer Aspekt, sagt Bärbel Berg. Wenn die Behinderten die Räume an der Hinteren Reichenstraße aufsuchen, sind sie mitten im pulsierenden Stadtleben. „Dadurch können sie neue Eindrücke aufnehmen und mal was anderes erleben“, sagt die Heimleiterin. So könne man an Markttagen zwischen den Ständen umherschlendern und etwas für das gemeinsame Mittagessen einkaufen. Dankbar ist Bärbel Berg auch dem Vermieter der neuen Räume, der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB). Diese ließ die Räume nach den Erfordernissen des Wohnheims herrichten. „Unsere langjährigen Kontakte rühren auch daher, dass einige unserer Außenwohngruppen bei der BWB eingemietet sind“, sagt Bärbel Berg. Außerdem hatten BWB und das Wohnheim St. Veronika 2016 erstmals ein Wohngebietsfest im Allendeviertel organisiert, das 2018 seine Neuauflage erfahren soll.


17 neue Wohnungen im Fuchsbau

Bautzen. Am 1. Februar erhielten die ersten Mieter des Gebäudekomplexes Hintere Reichenstraße 1 bis 5 ihre Wohnungsschlüssel. Insgesamt sind hier 17 Wohnungen entstanden. Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) konnte die sehr aufwendige Sanierung der maroden Häuser Mitte 2016 in Angriff nehmen, weil der Freistaat Sachsen zusätzliche Mittel für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellte. Zu den Mietern, die jetzt ihren Vertrag erhalten haben, gehören bereits zwei Asylbewerber. Weitere Wohnungen stehen noch zur Vermietung offen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist im Haus Nummer 1 von den acht Wohnungen noch eine frei. In der Nummer 3 ist ebenfalls noch eine Wohnung zu vermieten und in der Nummer 5 sind es drei.

Eine schwierige Baustelle

Nachdem Anfang 2016 mit den Planungen begonnen worden war, erfolgte der „scharfe Start“ der Sanierungsarbeiten im Sommer 2016. „Es war eine schwierige Baustelle“, blickt Bauleiter Klaus Jahn zurück. Nicht nur deshalb, weil die Straße eng ist, was zu zeitweiligen Sperrungen führte. Einige unvorhergesehene Dinge brachten Verzögerungen und einen finanziellen Mehraufwand mit sich. Doch zum Glück, so Kirsten Schönherr, die Chefin der BWB, konnten die Mehrkosten durch eine Aufstockung der Fördermittel abgefangen werden. Schließlich sei es oberste Priorität gewesen, die Mieten im angemessenen Rahmen zu halten.

2018 neue Wohnungen im Fuchsbau

Die Bauleiter André Heinrich (l.) und Klaus Jahn sind stolz auf den erfolgreichen Abschluss der Sanierung der Gebäude Hintere Reichenstraße 1 bis 5.


© Carmen Schumann

Weil es aufgrund der beengten Verhältnisse unmöglich war, einen zweiten Rettungsweg zu bauen, hatte die Feuerwehr gefordert, zusätzlich eine Rauchspülungsanlage zu installieren. Wie ein Test gezeigt hat, funktioniere diese ausgezeichnet, sagt Kirsten Schönherr. Unvorhergesehen wurden die Bauleute auch mit einer Schmutzwasserleitung konfrontiert, die von der Wendischen Straße durch das Grundstück führte und die nirgendwo eingezeichnet war. Das brachte vor allem Schwierigkeiten beim Aufbau der Balkonanlage mit sich. Schließlich sollten alle Wohnungen einen Balkon oder eine Loggia erhalten. Bei den meisten Wohnungen befinden sich diese an der Rückseite, einige wurden aber auch zur Straße zu angebaut.

Erstaunliche Metamorphose

Eine der größten Herausforderungen war der Einbau der Garagen in das Gebäude Nummer 1. Denn die dazu genutzten Gewerberäume hatten eine erstaunliche Metamorphose hinter sich. Der Bautzener Wirt Oskar Dietrich hatte hier 1895 die Gaststätte „Zum Fuchsbau“ gegründet, die sich 40 Jahre lang großer Beliebtheit erfreute. Als einer der ersten Besitzer eines Automobils in Bautzen baute er im Haus eine Garage ein. Da sein Geschäft aber außergewöhnlich gut florierte, musste die Garage 1928 einem Speisesaal weichen. Wie man bei Nachforschungen in der Stadtbibliothek herausfand, erweiterte man damals auch die Küche und man baute sogar ein Fischbassin ein, um die Gäste mit frischem Fisch zu versorgen.

Bei der Sanierung 2016/17 wurde nun die 1928 erfolgte Umgestaltung wieder rückgängig gemacht. Im Zuge dessen mussten auch einige dabei entstandenen statischen Probleme ausgemerzt werden, wie Bauleiter Klaus Jahn berichtet. Um den historischen Anblick des Gebäudes nicht allzu sehr zu stören, wurden historisierende Garagentore eingebaut. Insgesamt sind fünf Stellplätze entstanden. Das Gebäude Nummer 1 war um die Jahrhundertwende errichtet worden, die Häuser Nummer 3 und 5 um 1740. Die drei Häuser wurden in den 80er-Jahren schon einmal umgebaut.


Mehr Platz für Familien

Fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 40 Wohnungen will die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft zwischen der Hegelstraße und der Thomas-Müntzer-Straße errichten – und dafür rund neun Millionen Euro investieren.

Auf dem Papier haben die Pläne sichtbare Konturen angenommen. Mit klaren Linien haben die Architekten ihre Ideen für die modernen Stadthäuser umrissen. Bislang existieren nur erste Entwürfe – doch schon in Kürze will die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) die Vision umzusetzen. Auf einer Fläche zwischen Hegelstraße und Thomas-Müntzer-Straße will das städtische Unternehmen fünf Gebäude mit insgesamt 40 Wohnungen errichten, gedacht vor allem für junge Familien. Gerade erst hat die BWB die Sanierung der Häuser an der Fabrikstraße abgeschlossen. Fast 20 Vierraumwohnungen sind entstanden, die Hälfte ist bereits vermietet. „Die Nachfrage für Wohnraum für Familien ist groß“, erklärt Kirsten Schönherr, die Geschäftsführerin der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft. Deshalb möchte die BWB keine Zeit verlieren, treibt mit Nachdruck die Planungen für das neue Wohngebiet an der Hegelstraße voran. Wenn alles passt, könnten dort bereits 2020 die ersten Mieter einziehen, so Kirsten Schönherr. In den fünf Mehrfamilienhäusern sind vor allem Drei- und Vierraumwohnungen mit Flächen zwischen 77 und 90 Quadratmetern geplant. Außerdem soll es auch einige Zwei- und Fünfraumwohnungen geben. Jede Wohnung, so heißt es, wird einen Balkon haben. Alle Gebäude erhalten einen Aufzug. Und: Die neuen Stadthäuser werden gänzlich auf die Bedürfnisse von jungen Familien zugeschnitten. Im Erdgeschoss ist ausreichend Platz zum Abstellen von Fahrrädern und Anhängern, Kinderwagen oder Laufrädern vorgesehen.

Haselnussbaum bleibt stehen

Bereits Anfang des Jahres hatte die BWB das insgesamt 9 000 Quadratmeter große Areal unweit der Löbauer Straße erworben. Besonders markant auf dem Gelände ist der in Mitte stehende große Haselnussbaum. Der wird nicht einfach umgesägt – sondern den Mittelpunkt des geschlossenen Innenhofs bilden. Ein Treffpunkt für Jung und Alt schwebt dort den von der BWB beauftragten Architekten des Büros „Bauplanung Bautzen“ vor. Keine Gedanken müssen sich die künftigen Bewohner zudem um die Parkplätze machen. Für die Mieter wird es ausreichend Stellflächen geben – sogar die Errichtung einiger Garagen haben die Planer auf dem Zettel.

Für die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft ist das Vorhaben an der Hegelstraße ein Großprojekt. Insgesamt neun Millionen Euro will das städtische Tochterunternehmen investieren. Zwei Drittel der Summe möchte die BWB über Darlehen finanzieren, den Rest steuert die Gesellschaft aus eigenen Mitteln bei. Und die Gesellschaft verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Die BWB will die neuen Wohnungen zu vergleichsweise günstigen Mieten anbieten, wie Kirsten Schönherr sagt. Die Mietpreise sollen sich deutlich von denen, die private Investoren aufrufen, unterscheiden. Das, so erklärt die Chefin der BWB, hänge aber davon ab, wie günstig gebaut werden kann.

Angesichts einer hohen Nachfrage langen Baufirmen derzeit kräftig hin. Die Gesellschaft hofft auf preiswerte Angebote, ist deshalb sogar bereit, einige Monate zu warten. Denn bei kurzfristigen Ausschreibungen sind die Preise meist vergleichsweise hoch. Je nachdem könnten die Bagger an der Hegelstraße dann bereits 2018 anrücken, möglicherweise aber auch erst 2019.

Nachfrage kann kaum bedient werden

Wie groß aktuell die Nachfrage nach günstigem Wohnraum für junge Familien in Bautzen ist, spürt das kommunale Unternehmen nicht nur bei der Vermarktung der frisch sanierten Wohnungen an der Fabrikstraße. „Wir haben kaum leerstehende Wohnungen, um die Nachfrage bedienen zu können“, erklärt Kirsten Schönherr. Als vor einigen Monaten die Nachricht über den Ankauf des Grundstücks an der Hegelstraße publik wurde, flattern bei der BWB bereits die ersten Interessensbekundungen von möglichen Mietern ins Haus. Für eine Vermietung der geplanten Wohnungen im Bautzener Osten ist es laut Kirsten Schönherr aber gegenwärtig noch zu früh.

Dass die jetzt geplanten 40 Wohnungen den Bedarf vermutlich nicht decken werden, ist absehbar. Das weiß auch der neue BWB-Aufsichtsratschef Matthias Knaak. Um junge Familien in Bautzen zu halten, brauche es „familiengerechten Wohnraum und ein größeres Wohnungsangebot in der Stadt“, erklärt der CDU-Stadtrat, der erst im September zum neuen Chef des Gremiums gewählt worden war. Er stellt bereits weitere Vorhaben in Aussicht: „Auch im Bereich an der Flinzstraße und Röhrscheidtstraße gibt es erste Überlegungen für ein neues Bauprojekt.“

2017 mehr platz familien
Visualisierung: Bauplanung Bautzen
2017 mehr platz familien 1

Weniger Leerstand in Bautzen

Bautzen. Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) blickt auf eine gute Jahresbilanz zurück. Im Jahr 2016 erwirtschaftete der städtische Vermieter einen Überschuss von rund zwei Millionen Euro. Vor allem das neue Kornmarkthaus erfüllt die Erwartungen der BWB. Es wurde im Jahr 2014 für 17 Millionen Euro erbaut und erwirtschaftet mittlerweile eine Rendite von 2,5 Prozent. Zudem sinkt der Leerstand in Bautzen. Bei den vermietbaren Wohnungen beträgt er jetzt 4,3 Prozent. „Im Jahr 2015 waren es noch fünf Prozent“, erklärt BWB-Geschäftsführerin Kirsten Schönherr. Damit die Wohnungen auch attraktiv bleiben, hat der Vermieter im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Euro investiert. So bekamen zum Beispiel einige Mietshäuser an der Allendestraße, der Weinerstraße und der Heringstraße einen neuen Anstrich. Eine neue Wärmedämmung gab es für Häuser an der Löbauer Straße. Mieter der Rohrstraße dürfen sich zudem über neue Balkone freuen. Mit etwa 3 700 Wohnungen, 100 Gewerbeeinheiten und 1 700 Stellplätzen ist die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft der größte Vermieter der Stadt. (SZ/mho)

2017 weniger leerstand
© Uwe Soeder

Neue Häuser für Familien

2017 neue haeuser
© Uwe Soeder

Bautzen. Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) reagiert auf die gestiegene Nachfrage nach großen Wohnungen. Wie die BWB-Chefin Kirsten Schönherr berichtet, habe das städtische Unternehmen 2016 neues Bauland in der Stadt erworben. Das Grundstück befindet sich zwischen der Löbauer Straße, Hegelstraße, Niemöllerstraße und Thomas-Müntzer Straße, schräg gegenüber vom neuen Heizkraftwerk. „Es handelt sich um 8 500 Quadratmeter“, sagt Kirsten Schönherr. Auf der Fläche möchte die BWB demnächst Mehrfamilienhäuser errichten. Geplant seien familienfreundliche Drei- und Vier-Raum-Wohnungen, die zwischen 80 und 100 Quadratmeter groß sind. In der Spreestadt hat das Interesse an geräumigen Wohnungen in den vergangenen Jahren zugenommen. Um Wohnraum für Familien zu schaffen, geht die BWB nicht allein den Weg des Neubaus, sondern passt bei der Modernisierung ihrer Häuser die Grundrisse den aktuellen Bedürfnissen an. Dabei werden kleine, nebeneinanderliegende Wohnungen zu großen zusammengelegt. So entstehen derzeit an der Fabrikstraße in zwei Mietshäusern aus den 30er-Jahren große Familienappartements. Insgesamt werden hier 5,2 Millionen Euro investiert. Die Hälfte der Bausumme kommt aus Fördertöpfen des Landes Sachsen und des Bundes. (SZ/ma)